über
Es war auf einem psychosomatischen Fachkongress in Dresden 1998 als ich zum ersten Mal an einem idiolektischen Workshop teilnahm. „Idiolektik“ war mir kein Begriff und ich lernte, dass das „Eigensprache“ bedeutet. Es geht um eine Form der Gesprächsführung, die mein Leben verändern sollte. Obwohl das Demogespräch zwischen dem Dozenten und einer Workshopteilnehmerin nur wenige Minuten dauerte, tauchten tiefergreifende Einsichten wie von selbst auf. Die Zeit „benahm“ sich anders, der Raum war dicht von wertvollen Erkenntnissen. Wie aus einer Trance erwachend, kam die Befragte zu sich. Wir Workshop-Teilnehmer waren in einem Resonanzraum mit ihr. War das „Flow“?
Die Antwort
Fast forward. Es sollte noch ein paar Jahre dauern bis ich erkannte, dass diese Gesprächsführungsmethode einzigartig ist. Nie zuvor hatte ich eine respektvollere, würdevollere und effektivere Methode erlebt. Menschen kommen zu sich. Das wollte ich lernen! Ich machte eine Basis-Ausbildung in idiolektischer Gesprächsführung, später eine Graduiertenausbildung mit einem Diplomabschluss. Heute ist die Eigensprache der wichtigste Teil meiner Arbeit. Mit diesem Form der Gesprächsführung komme ich in Kontakt und kann sehen, wie Menschen den Autopilot ausschalten und zu sich kommen. Wie sie auf organisch Lösungen entwickeln, die ein Teil von ihnen sind. Wie wichtig das gerade jetzt ist, erkennen viele Menschen heute, im Jahr 2026. Inzwischen sind Erkenntnisse aus Epigenetik und Psychoneuroimmunologie hinzugekommen, die mich weiter forschen und staunen lassen und in meine Arbeit einfließen. Wie unmittelbar und selbstregulierend das auf die Selbstwirksamkeit wirkt, macht demütig.

dr. veradreyer
Dipl.-Kommunikationswirtin, promoviert in Medientheorie, Graduiertenausbildung in idiolektischer Gesprächsführung, Dozentin, Coach und Mediengestalterin (print und online). Schwerpunkte: Kommunikation, Medien, Selbstwirksamkeit, Neurodiversität.